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PERSÖNLICHE ANGABEN


Name:

Christa E. von Matt


Geburtstag:

2.Oktober 1964


Wohnhaft:

Seit Sommer 1968 wohnhaft auf dem Mutschellen
(Kilchmattstrasse 11)

Interessen:
- Lesen:  

Ø 1 Buch/Woche, etwa 95% davon auf Englisch

Am liebsten lese ich Biographien von Entdeckern, Pionieren, Leuchtturmwärtern, etc. Ferner interessieren mich Bücher über die Geschichte und/oder Natur einiger Gegenden der USA, die ich auf meinen diversen Reisen besuchen durfte. Zudem lese ich auch gerne wahre Geschichten über Tiere. Dabei bilden Hunde und Katzen den Schwerpunkt bei den Haustieren, und wenn es um Wildtiere geht, lese ich am liebsten Bücher über Bären und Wölfe.

Wenn ich müde bin und/oder Mühe habe mich zu konzentrieren, darf natürlich auch ein guter Krimi nicht fehlen. 😊


- Schreiben:

Briefe und Mails. Gut 30 Kontakte weltweit, mit Schwerpunkt USA. (Darunter fallen auch jene Leute, die sich leider nur einmal pro Jahr melden)

Vor einigen Jahren schrieb ich ein Buch über die Reise vom Herbst 1991, als ich alleine mit einem gemieteten Camper Teile des Westens der USA erkundete. Die Idee dazu kam von einem erblindeten Bekannten (inzwischen leider verstorben) der gerne Reiseberichte auf Kassetten hörte. Damit ich den Reisebericht auf Kassette aufnehmen konnte, musste ich ihn natürlich erst zu Papier bringen. Da am Ende sowieso alles geschrieben war, fügte ich einige Fotos hinzu und druckte das Ganze aus. Später übersetzte ich das Buch auf Englisch.

Auf Reisen führte ich stets ein Tagebuch. Einige, bzw. Teile, dieser Reisetagebücher tippte ich später in den PC.  


- Fotografieren:

Was? Beinahe alles, was mir vor die Linse kommt

Besonders angetan haben es mir Tiere (hauptsächlich Katzen und Kühe)

Es macht mir nichts aus, für ein "perfektes" Tierfoto auch mal eine halbe Stunde ruhig auf einer Wiese zu sitzen und abzuwarten bis die Tiere zum Vorschein kommen. Beispiel dafür: Präriehunde in South Dakota. Dies ist mit ein Grund, weshalb ich gerne alleine reiste, denn es gibt nicht viele Menschen die Geduld für mich und mein Hobby aufbringen. 😊


- Handarbeiten:

In erster Linie befasse ich mich mit dem Kreuzstich, mache jedoch auch andere Handarbeiten


- Mein Kater, Mister Murphy:
Nachdem am 2. Februar 2010 meine geliebte Katze Jessica eingeschläfert werden musste, besuchte ich bereits am nächsten Tag das Tierheim in Allenwinden (ZG) und konnte am 25. Februar 2010 Mr. Murphy dort abholen. Dieses kleine, verängstigte Fellknäuel, welches ich zu mir nach Hause holte, entwickelte sich zu einem riesigen, gut 7 kg schweren, Kater. Mr. Murphy ist extrem anhänglich und würde am liebsten 24 Stunden auf oder neben mir verbringen. Zwei einsame Herzen haben sich gefunden
(Mehr über Mr. Murphy am Ende der Seite!)   

- Musik:
Musik hören: Am liebsten (aber nicht nur) moderne Country Music. Einige der Favoriten sind: Alan Jackson, Alabama, Brooks & Dunn, u.a.m.
Musik machen: Gitarre spielen (leider nur noch selten, da die Probleme mit dem Handgelenk zunehmen). Früher spielte ich auch noch Querflöte und Violine


- Garten- und Zimmerpflanzen:
In meiner Wohnung habe ich unzählige Zimmerpflanzen, die mir viel Freude machen. Da ich auch gerne Pflanzen vermehre, werden die Töpfe immer zahlreicher, und ich bin froh, wenn ich ab und zu mal Pflanzen verschenken kann. Interesse??
Als mein Vater am 19. Dezember 2005 starb, bekamen Mutter und ich je eine Orchidee von einer Bekannten. Meine Orchidee hat nicht nur bis heute überlebt, nein sie hat bisher (Stand Frühling 2016) auch jedes Jahr geblüht!  
Ab Februar ziehe ich in meiner Küche stets diverse Gemüse-, Salat- und Blumensetzlinge aus Samen. Die Samen gewinne ich (mit wenigen Ausnahmen) jeweils im Vorjahr aus verblühten Blumen (Pflücksalat, Tagetes, Löwenmaul, Cosmea, etc.) bzw. aus reifen "Früchten" (Peperoni, Chili, Tomaten, Pflücksalat) . Von Februar bis etwa Mitte Mai gleicht meine Küche einem Treibhaus. Darin zu kochen wäre ein Ding der Unmöglichkeit.  
Dank unseres Gartens, dessen Unterhalt auch mit viel Arbeit verbunden ist, leben Mutter und ich in Sachen Salat und Gemüse mindestens neun Monate des Jahres als "Selbstversorger". Üblicherweise pflanze ich folgende Dinge im Garten, bzw. in Töpfen auf dem Balkon: Kohlrabi, Gurken, Tomaten, Peperoni, Zucchini, Kefen, Bohnen, Pflücksalat, Chinakohl, Blumenkohl, Fenchel, Kartoffeln und Krautstiel. Ein Leben ohne Garten kann ich mir nicht mehr vorstellen!
Im Frühling beliefere ich etliche Bekannte in der Schweiz mit Peperonisetzlingen (Spitzpeperoni), welche allerdings nicht im Garten, sondern nur an geschützten Plätzen, wie z. B. Balkon, gedeiehen. (Anfragen/Bestellungen von Interessenten für Peperonisetzlinge nehme ich jährlich bis Ende Januar entgegen. Selbstverständlich sind die Setzlinge gratis!)
David (Freund in den USA) sagte oft, dass ich nicht nur einen grünen Daumen, sondern eine grüne Hand hätte. 😊

- Reisen:
Ab 1986 reiste ich, mit wenigen Ausnahmen, einmal pro Jahr in die USA (selten auch Kanada). Da ich (fast) immer alleine unterwegs war, erlernte ich dabei zwangsläufig nach und nach die englische Sprache. Wenn man alleine reist, kommt man eher mit Einheimischen ins Gespräch, was zu etlichen (Brief-) Kontakten führte. Dank Reisen, den erwähnten Kontakten und später auch Lesen, verbesserte sich mein Englisch von Jahr zu Jahr. Leider war Englisch zu meiner Zeit an der Bezirksschule noch kein Thema. 2003 meldete ich mich deshalb aufs Geratewohl für die CAE Prüfung (Cambridge Advanced Certificate) an und bestand diese auf Anhieb.
Bedauerlicherweise konnte ich seit Vaters Tod nur noch selten reisen, und ich denke, dass die Reise vom Oktober 2014 in den Westen der USA (AZ, NV, NM) meine letzte USA-Reise war, denn meine Mutter braucht mich vermehrt. Anstatt in die Ferne zu schweifen unternehmen Mutter und ich jedes Jahr einige Tagesausflüge in unserer schönen Schweiz sowie dem angrenzendem Ausland (meist Elsass, ab und zu auch Schwarzwald).
Allerdings muss ich gestehen, dass ich sehr oft "Heimweh" nach den USA habe. So tat mir das trockene Klima im Südwesten extrem gut, und die Schmerzen in den Gelenken liessen in dieser Region spürbar nach. Natürlich reiste ich, trotz des optimalen Klimas, nicht nur in den Südwesten der USA, denn es gibt unzählige andere interessante Orte in diesem grossen Land, die sehenswert sind! Bei meinen Reisen vermied ich, wenn möglich, grosse Städte. Ich besuchte lieber Nationalparks oder ländliche Gegenden. Die ungläubigen Blicke einiger Touristen werde ich nie vergessen, als ich im Jahr 2000 mit den Krücken den Bryce Canyon hochkam, nachdem ich zuvor auf dessen Grund hinunter "gewandert" war. Aber wie heisst es so schön? Wo ein Wille ist, ist ein Weg! Ob ich es heute nochmals schaffen würde? Fakt ist, dass ich durchaus verrückt genug wäre es erneut zu versuchen. 😊
Bei den vielen Reisen muss ich wohl nicht erwähnen, dass ich fürs Leben gerne Auto fahre, oder? Alleine mit dem Auto über eine einsame Interstate im Westen der USA zu brausen, die schier unendliche Weite um mich herum, mehr oder weniger laut Countrymusik zu hören... Dies war für mich das grösste Glücksgefühl, und die pure Freiheit, die ich dabei jeweils empfand, lässt sich nicht in Worte fassen. In solchen Momenten konnte ich (beinahe) alle Sorgen und Ängste hinter mir lassen.
Bei den unzähligen Kilometern, die ich in den USA sowie auch in der Schweiz zurückgelegt habe, muss ich unweigerlich an den Film "Rain Man" denken, denn ja: "I'm an excellent driver!"

- Computerarbeit:

Beim Erstellen dieser Webseite kam ich oft an meine Grenzen, aber es war dennoch spannend mich in die Materie hineinzuarbeiten. Inzwischen muss ich die Webseite nur noch ab und zu aktualisieren, was ich zu meinem Leidwesen zu selten mache. Wenn ich schon nur an die unzähligen neuen Motive für Fotokarten denke, die ich gerne hochladen möchte...

Am PC bearbeite ich auch meine jährlich zu Tausenden(!) anfallenden neuen Fotos. Dies macht mir viel Spass. Ich wünschte mir nur, dass ich von den Schmerzen her länger am PC sitzen könnte und weniger Pausen einlegen müsste. Das würde die ganze Sache massiv erleichtern. Doch ich will mich nicht beklagen, denn früher oder später (mehr später als früher) bin ich immer mal wieder d'ajour. 😊

Nach wie vor bin ich damit beschäftigt, alle alten Negative (weit über 500 36-er Filme!) mit Hilfe eines Scanners zu digitalisieren.

Vor ein paar Jahren digitalisierte ich sämtliche alten Schallplatten und Kassetten. Es war echt toll die ganze Sammlung während des Prozesses wieder mal zu hören.

Daneben schreibe ich die zuvor genannten Briefe und Mails am Computer, erstelle und aktualisiere diverse Listen wie zum Beispiel: Bücher, Stickgarn, Musik, Aussaaten, Ernteerträge, etc. und finde auch sonst immer wieder etwas, das ich am PC, Laptop oder iPad tun kann.


- Politik:

Obwohl ich keiner Partei angehöre, interessiere mich sehr für die Politik im In- und Ausland. Seit meiner Volljährigkeit verpasste ich lediglich eine einzige Abstimmung, und auch diese nur deshalb, weil ich damals (1987/88) für 10 Wochen im Spital lag und man zu jener Zeit noch nicht brieflich abstimmen konnte.


- Leuchttürme:

Auf einigen Reisen in die USA und Kanada sah, bestieg und fotografierte ich viele Leuchttürme. Nach wie vor lese ich mit grossem Interesse Bücher über dieses Thema, wobei ich mich weniger für technische Details als vielmehr für das Leben ehemaliger Leuchtturmwärter, deren Familien und (Haus-) Tiere interessiere.

Selbstverständlich habe ich auch noch weitere Interessen.

 


Foto 1
Foto 2
Typischer Abend mit Jessica (Vorgängerin von Mr. Murphy). Sie schlief meist auf meinem Schoss währenddem ich stickte.





Portrait von Mr. Murphy
Januar 2011


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Foto 3

An meinem Stand am Christkindmarkt im

Gartencenter Zulauf AG in Schinznach-Dorf

(Foto: Raija Ahto-Kaajas, Oktober 2009)



Foto 4

Portrait von Mr. Murphy im Alter von ca. 6 Monaten.

(Foto: 7.3.2010)





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Schwäne
Altes Auto
Motorhaube des Hyundai Accent, welchen ich 2015 ersetzen musste. Mein neues Auto, Skoda Yeti 1.4, hat leider (noch!) kein "Erkennungszeichen".
Nur ein Teil dessen, was mit einem einzigen kleinen Schwan aus dem Brockenhaus begann!

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Zusätzliche Informationen zu Mr. Murphy

(Bitte nicht zu kritisch lesen, da noch nicht vollständig überarbeitet!)


Am 3. Februar, nur einen Tag nachdem mein geliebtes Büsi Jessica eingeschläfert werden musste, fuhr ich zum Tierheim Allenwinden, ZG. Auf der Webseite des Zuger Tierschutzes hatte ich eine Katze gesehen, die mir sehr gut gefiel. Im Tierheim wurde ich von einer Mitarbeiterin darüber informiert, dass dieses Tier erneut auf einem Bauernhof leben sollte, da es von einem solchen komme. Ich war enttäuscht, denn es war eine wirklich hübsche Katze und mit ihren zwei Jahren genau in dem Alter, welches ich mir für eine neue Katze wünschte.

Da ich den ganzen Weg nach Allenwinden gefahren war, schaute ich mir die anderen Katzen in den diversen Zimmern an. Im letzten Raum sah ich deren vier, konnte mich aber für keine davon erwärmen. Ich wollte das Zimmer verlassen, als mich die Helferin auf einen jungen Kater namens "Livius" aufmerksam machte, der völlig verängstigt, hinter einem Tuch versteckt, auf dem Kratzbaum sass. Die Angestellte begann ihn (ohne Sichtkontakt) von hinten zu streicheln. Ich war überrascht, dass ein solch kleines Wesen dermassen laut schnurren kann! In jenem Moment war es um mich geschehen, und ich sagte mir: "Wenn dieser Kater auch schnurrt wenn ich ihn streichle, dann soll er es sein!" Und tatsächlich stellte Livius den "Motor" an, als ich mit einer Hand unter das Tuch ging und ihn sanft streichelte. Obwohl ich nie eine junge Katze wollte, war ich in jenem Moment überzeugt, dass er der Richtige für mich war.  

Mr. Murphy kam wahrscheinlich im September 2009 zur Welt. Sollte er noch Geschwister gehabt haben, überlebten diese nicht, denn als man ihn und seine Mutter fand, war kein weiteres Kätzchen in der Nähe. Zu dem Zeitpunkt war Mr. Murphy etwa vier Monate alt. Im Klartext bedeutet dies, dass er die ersten vier Monate seines Lebens keinerlei Kontakt zu Menschen hatte. Mit anderen Worten: genau in der prägenden Phase im Leben einer Katze (erste acht Wochen) hatte Mr. Murphy keinerlei Kontakt zu menschlichen Wesen.
Gemäss Tierheim war es ein Wunder, dass Mr. Murphy überhaupt überlebte. Als man ihn und seine Mutter einfing, sei er nur ein Häufchen Elend aus Haut und Knochen gewesen. Nebst der Tatsache, dass er halb verhungert war, seien auch seine Augen verklebt gewesen und seine Nase hätte getrieft. Im Tierheim gab man ihm den Namen "Livius" (den ich in "Mr. Murphy" änderte) und päppelte ihn liebevoll auf, bis er stark und gesund genug war um vermittelt zu werden.
Die Mutter von Mr. Murphy wurde sterilisiert und danach zurück in das Waldstück in der Nähe der Station der Zugerbergbahn gebracht, wo sie anscheinend seit längerer Zeit lebte, und wo sie ab und zu von einer Frau etwas Futter bekam. Es war auch diese Frau, die das Tierheim in Allenwinden informierte, als sie die Katze mit ihrem geschwächten Jungen erblickte. Ein Zähmen von Mr. Murphys Mutter wäre gemäss Auskunft des Tierheims unmöglich gewesen. Dafür lebte sie bereits zu lange in der Wildnis.

Da Mr. Murphy noch kastriert und gechippt werden musste, konnte ich ihn erst zwei Wochen später zu mir holen. In dieser Zeit besuchte ich das Tierheim zwei Mal um etwas mit Mr. Murphy spielen zu können. Fakt war leider, dass jede andere Katze zu mir kam, von mir gestreichelt werden oder mit mir spielen wollte, doch ausgerechnet mein zukünftiger Mitbewohner wollte überhaupt nichts von mir wissen. Er versteckte sich sogar wenn ich mich ihm nähern wollte. Ich bekam Zweifel. Hatte ich mich für die falsche Katze entschieden?

Am 25. Februar 2010 war der Tag da, und ich konnte das kleine Fellbündel abholen. Meine Wohnung war auf den Neuankömmling bestens vorbereitet. In der Wohnung angelangt, öffnete ich die Transportbox. Mr. Murphy sprang heraus und war nicht mehr gesehen! Blitzschnell hatte er ein Versteck gefunden und liess sich den Rest des Tages nicht mehr blicken. Als ich allerdings die Wohnung für eine Weile verliess, fand er sowohl sein Futter wie auch das Katzenkistchen.
Die ersten Wochen mit Mr. Murphy waren alles andere als schön! Wann immer ich ihm näher als ca. zwei Meter kam, fauchte er heftig. Nachts sprang er ab und zu auf mein Bett, aber wenn ich die Augen öffnete, fauchte er mich an und rannte davon.
Zu allem Elend hatte Mr. Murphy Tag für Tag Durchfall. Dieser roch nicht nur äusserst unangenehm, nein Mr. Murphy verteilte den Kot - an seinen langen Haaren haftend - auf jedem "seiner" Plätze. Ich kam ans Ende meiner Kräfte und hätte beinahe das Tierheim angerufen, sie mögen doch bitte kommen und Mr. Murphy abholen.

Endlich, nach mindestens acht Wochen, siegten meine Beharrlichkeit und Geduld. An einem Samstagnachmittag wurde ich, wie so oft, aus sicherer Distanz von Mr. Murphy beobachtet. Da setzte ich mich auf den Boden, ignorierte ihn und verhielt mich komplett still. Plötzlich geschah das, wovon ich kaum noch zu träumen gewagt hatte. Mr. Murphy schlich sich langsam an und beschnupperte mich. Ich blieb regungslos sitzen und sprach ruhig auf ihn ein. Nach einigen Minuten streckte ich vorsichtig meine Hand aus und konnte, zum ersten Mal seit er bei mir war, sein Fell berühren. In diesem Moment war das Eis gebrochen! Heute möchte Mr. Murphy am liebsten 24 h am Tag auf oder neben mir liegen und sich streicheln lassen.
Einige Wochen später verschwand zum Glück sein täglicher Durchfall. Dieser war wohl nervlich bedingt, denn es dauerte weitere Monate, bis Mr. Murphy keinen Durchfall mehr hatte, nachdem Handwerker oder Besucher bei mir in der Wohnung waren. Ich bin wirklich froh, dass er heute nicht mehr mit Durchfall auf fremde Menschen in der Wohnung reagiert!

Ich hätte niemals gedacht, dass sich das kleine Fellknäuel aus dem Tierheim zu einem stattlichen, gut 7 kg schweren Kater entwickeln würde! Als Mr. Murphy so zutraulich war, dass er auf meinen Schoss kam, bemerkte ich Fell unter seinen Pfoten. Da er immer grösser wurde, bestanden bald keine Zweifel mehr daran, dass sein Vater entweder eine Norwegische Waldkatze oder Maine Coon gewesen sein muss. Das ganze Ausmass seines Wachstums wurde mir erst dann wirklich bewusst, als der erste Besuch bei der Tierärztin anstand und ich die Transportbox vom Dachboden holte. Mit Schrecken stellte ich fest, dass Mr. Murphy gar nicht mehr in die Box passte! Eine grössere Transportbox musste her, und auch sonst musste alles neu in XL gekauft werden. Sprich: Nebst der grösseren Transportbox brauchte er auch einen grösseren Kratzbaum (den Neuen kann er wenigstens nicht mehr in die Wohnwand kippen) sowie ein grösseres Katzenkistchen.

Es war geplant, dass Mr. Murphy, wie seine Vorgängerin, nach der Eingewöhnungszeit ins Freie kann. Leider ist er ein solcher Angsthase, dass er dies bisher gar nie wollte. Würde er tatsächlich nach draussen wollen, hätte ich keine Chance ihn an der Haustüre davon abzuhalten!  Als er das erste Mal einen Schritt auf den Balkon wagte, entwickelte sich dies zu einem kleineren Drama. Kaum war er auf dem Balkon, flog eine Krähe relativ nahe daran vorbei. Mr. Murphy erschreckte sich so sehr darüber, dass er anschliessend mehrere Wochen nichts mehr vom Balkon wissen wollte. Inzwischen liebt er den Balkon und hält sich gerne in der Höhle des dortigen Katzenbaumes auf.  

Ja, die ersten Wochen im Leben einer Katze sind wirklich prägend, und leider hat Mr. Murphy von dieser Zeit her etliche Defizite. Eines davon ist seine Panik vor Menschen. Er akzeptiert lediglich meine Mutter halbwegs. Genauer gesagt: er versteckt sich wenigstens nicht, wenn sie zu mir in die Wohnung kommt. Allerdings darf sie ihn nicht streicheln, oder höchstens dann, wenn ich längere Zeit nicht zu Hause bin. Doch selbst wenn ich in den Ferien bin dauert es - gemäss Mutter - mindestens eine Woche bis er begrenzten Körperkontakt (streicheln und/oder bürsten) zulässt. Zudem würde er sich nie auf Mutters Beine oder Schoss legen oder sich an sie kuscheln. Mutter kann froh sein, wenn er sich in sicherer Distanz neben sie legt. .
Die Angst vor Menschen ist bei Mr. Murphy dermassen gross, dass er sich sogar versteckt, wenn jemand bei Mutter im Erdgeschoss an der Haustüre klingelt! Eine Bekannte von mir wollte ihn in der Vergangenheit mehrmals sehen und/oder streicheln, doch Mr. Murphy fühlte sich von ihr dermassen bedrängt, dass er sich inzwischen bereits versteckt, wenn er hört wie sie mit ihrem Auto auf den Garagenplatz fährt.
Ein Kenner von Katzen sagte mir einmal, dass man ein solch unsozialisiertes Jungtier wie Mr. Murphy, eigentlich hätte einschläfern müssen. Das mag in der Theorie vielleicht stimmen, aber Tatsache ist, dass es für Mr. Murphy und mich passt!

Mr. Murphy benimmt sich häufig wie ein Hund und läuft mir in der Wohnung hinterher. Wenn ich ab und zu einen Tag weg war, höre ich ihn beim Heimkommen bereits hinter der Türe "schreien". Komme ich dann in die Wohnung, weicht er mir nicht mehr von der Seite bis ich ins Bett gehe.

Mr. Murphy ist extrem sensibel und merkt jedes Mal, wenn es mir besonders schlecht geht. Er spürt, wenn ich die Schmerzen kaum noch aushalten kann und merkt auch, wenn es mir aus einem anderen Grund (physisch und/oder psychisch) nicht gut geht. Seit meiner Kindheit habe ich das "Versteckspiel" vor Menschen nahezu perfektioniert! Wenn ich es nicht will, merkt niemand, was in mir vor sich geht. Ich kann problemlos so tun, als sei alles in Ordnung, obwohl ich in Wirklichkeit am liebsten alles hinwerfen würde. Ich wurde regelrecht zum Meister des Verstellens und beherrsche dieses "Spiel" inzwischen so gut, dass mir sogar die eigene Mutter in über 90% der Fälle nichts anmerkt. Mr. Murphy lässt sich jedoch nicht überlisten! Er spürt es jedes Mal und reagiert dann jeweils mit noch grösserer Anhänglichkeit.   
Als ich im Winter 2015/16 eine extreme Migräne hatte, wich Mr. Murphy nicht von meiner Seite. Er lag die ganze Zeit auf oder neben mir. Mitten am besagten Tag hatte ich das Gefühl, als müsste ich mich übergeben und ging deshalb ins Badezimmer. Es ist kaum zu glauben, aber Mr. Murphy folgte mir hinterher, legte sich vor mir auf den Teppich und schaute mich mit grossen Augen an. Als ich zurück zur Couch ging, kam er wieder mit und kuschelte sich den Rest des Tages dicht an mich. Er verliess mich nicht einmal um zu fressen oder aufs Kistchen zu gehen.

Ich bin froh, dass Mr. Murphy vom ersten Tag an verstand, dass die vielen Zimmerpflanzen nichts für ihn sind. Ein energisches "Nein" wenn er zu nahe an eine der Pflanzen ging reichte dafür aus. Natürlich hätte er sich nachts oder bei meiner Abwesenheit an den Pflanzen zu schaffen machen können, aber das hat er zum Glück nie getan. Nur wenn ein Insekt auf einer Pflanze landet kann er sich nicht mehr beherrschen, denn sein Jagdtrieb ist dermassen gross, dass er in solchen Momenten alles um sich herum vergisst/ignoriert. Da kann durchaus auch mal Topf am Boden landen, doch das passiert extrem selten. Als ich Mr. Murphy aus dem Tierheim holte wäre ich sogar bereit gewesen alle Pflanzen wegzugeben, aber ich bin dankbar, dass das nicht nötig war. Von Beginn an beschränkte sich Mr. Murphy auf das Katzengras, welches stets im Wohnzimmer auf dem Boden für ihn bereitsteht.
Mr. Murphy hat bisher kaum etwas in der Wohnung demoliert. Das Schlimmste passierte im April 2016. Vermutlich rutschte er auf der Küchenkombination aus und geriet beim Runterfallen mit einer Pfote dermassen unglücklich auf den Schalter einer Herdplatte, dass er diesen bis auf mittlere Hitze drehte. Zu dem Zeitpunkt war ich unter der Dusche. Plötzlich begann Mr. Murphy zu schreien. Ich dachte, dass ich aus Versehen die Badezimmertüre komplett geschlossen hätte. Da Mr. Murphy keine geschlossenen Türen zwischen uns mag, schreit er immer, wenn er nicht zu mir kommen kann. Ein Blick aus der Dusche bestätigte mir diesen Verdacht. Da es jedoch nicht das erste Mal war und ich wusste, dass er sich irgendwann beruhigen würde, duschte ich in Ruhe weiter. Als sein Schreien immer lauter und eindringlicher wurde, war mir klar, dass etwas nicht stimmt und ich verliess die Dusche. Sogleich stieg mir ein seltsamer, penetranter Geruch in die Nase. Als ich die Badezimmertüre öffnete, waren sowohl Küche wie auch Korridor voller Rauch! Zum Glück brannte es (noch) nicht. Die Abdeckung der erhitzten Herdplatte bestand nur noch aus einem schwarzen Stück Metall. Vermutlich verursachte die Farbe der Herdabdeckung den Gestank, der sich in der ganzen Wohnung ausgebreitet hatte. Es dauerte zwei, drei Tage bis der üble Geruch komplett aus der Wohnung verschwunden war. Dieses Erlebnis war ein riesiger Schock, und ich darf gar nicht daran denken, was hätte passieren können, wenn ich zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen wäre! Damit es nie wieder zu einem solchen Zwischenfall kommen kann, schaltete ich am nächsten Tag die Herdsicherung aus. Schliesslich esse ich stets bei Mutter, und wenn es an mir ist zu kochen, mache ich das auch in ihrer Küche.

Besuche bei der Tierärztin bereiten mir jedes Mal schon Tage zuvor Bauchschmerzen! Man versuche einen riesigen, schweren Kater einzufangen, hochzuheben (was er überhaupt nicht mag), in die Transportbox zu verfrachten und dann erst noch den Deckel zu schliessen. Es ist fast unmöglich dies zu tun. Beim anstehenden Tierarztbesuch im Frühling 2016 (Impfung & Krallen schneiden) musste ich den Termin gleich zwei Mal absagen. Das erste Mal entwischte Mr. Murphy aus der Transportbox, als ich den Deckel komplett schliessen wollte. Da ich seinen Schwanz nicht einklemmen (verletzen) wollte, konnte ich den Deckel nicht schnell und mit voller Kraft schliessen. Diesen Moment nutzte er aus und stemmte sich mit voller Wucht dagegen. Man glaubt kaum, welch immense Kraft ein Tier dieser Grösse in so einer Situation aufbringen kann! Die Transportbox explodierte förmlich, und Mr. Murphy entwich in Sekundenschnelle durch den relativ schmalen Spalt und rannte zu seinem Versteck hinter einem kleinen Möbel im "Büro". Da stand ich nun mit der leeren Box, und mir blieb nichts anderes übrig, als in der Tierarztpraxis anzurufen um den Termin (einmal mehr!) abzusagen. Es war mir extrem peinlich, dass ich auch dieses Jahr den ersten Termin nicht wahrnehmen konnte. Ich vermute, dass die Angestellte von meinem Anruf nicht wirklich überrascht war.  Der nächste Termin wurde auf eine Woche später vereinbart, denn nach einem solchen Erlebnis, ist Mr. Murphy jeweils etliche Tage sehr misstrauisch. Auch den zweiten Termin musste ich leider absagen, denn ich war wohl innerlich dermassen angespannt, dass Mr. Murphy mir anmerkte, dass ich etwas im Schilde führte. Er zog sich jedenfalls nur wenige Minuten bevor ich ihn einfangen wollte in sein Versteck zurück. Ja, ich kann dem Burschen einfach nichts vormachen! Sei es dass es mir schlecht geht oder sei es ein anstehender Besuch bei der Tierärztin: Mr. Murphy merkt einfach alles! Schlussendlich, mit grünem Licht der Tierarztpraxis, kam es ein paar Tage später zu einem "Rodeo" in meiner Wohnung. Bewaffnet mit einem Fixleintuch fing ich Mr. Murphy von hinten ein und verfrachtete das ganze Paket (Katze samt Leintuch) in der Transportbox. Es mag lustig oder auch seltsam klingen, aber ich gehe viel lieber zum Zahnarzt als Mr. Murphy einzufangen und in die Transportbox zu stecken!

Ich könnte mühelos ein Buch über Mr. Murphy zu schreiben, doch am Ende läuft es auf das hinaus, was ich bereits weiter oben geschrieben habe:
Zwei einsame Herzen haben sich gefunden!


Chrigi's Gschänk Egge
© Christa von Matt 2017
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